Tiervermittlung im Internet soll wieder erlaubt werden

Es gibt zu viele ausländische Tiere in Österreich, illegale Hunde und Katzen, die verkauft und ohne Papiere über die Grenze gebracht werden – das sei eine weitverbreitete Ansicht, sagt Daniela Binder, Präsidentin des Tierschutzvereins „pro4pet“.

Im März wurde im Nationalrat deshalb ein Gesetz beschlossen, mit dem vor allem der illegale Welpenhandel eingedämmt werden sollte. „Das Ergebnis ist aber, dass verhindert wird, dass ein Tierschutzverein Katzenbabys von einem steirischen Bauernhof rettet.“ (derstandard.at).

Binder ist nicht die einzige Kritikerin der Novelle. Seit Monaten schlagen Tierschützer Alarm, der Wiener Tierschutzverein wandte sich sogar mit einer juristischen Stellungnahme an den Verfassungsgerichtshof. Das Hauptproblem: Das neue Gesetz verbietet die Online-Vermittlung von Tieren, wenn ein Verein nicht auch ein Tierheim in Österreich betreibt – was viele Vereine nicht tun. Auf das Internet seien die Tierschützer jedoch angewiesen, um neue Besitzer für ihre Schützlinge zu finden. Bei den Vereinen, aber auch bei den Interessenten herrsche derzeit eine „enorme Verunsicherung“, sagt Binder.

Die Grünen haben sich nun mit den Tierschützern zusammengesetzt und einen Text für eine neuerliche Novelle der Tierschutznovelle ausgearbeitet. In der nächsten Nationalratssitzung im September will die Oppositionspartei einen entsprechenden Antrag einbringen. „Das aktuelle Gesetz ist nicht praxistauglich, ungerecht und muss rasch repariert werden“, fordert die grüne Tierschutzsprecherin Christiane Brunner bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Sonst hieße es für viele Tiere „Endstation Autobahn“.

in einer Zeit, in der Politik zu 90% als Show und nur zu 10% als Arbeit aufgefasst werden, und in der die Regierenden der Zivilgesellschaft generell misstrauen, nimmt die Qualität der Gesetzgebung zwangsweise ab. hätte man die Betroffenen rechtzeitig eingebunden, wäre vielen Tierschützern und Tieren jede Menge Ärger – und wohl auch Geld – erspart geblieben.